Einsatz der Mittel (1993–2019)

Die Einnahmen des Vereins Pro Phalombe zwischen 1993 bis 2019 betrugen über 2,3 Millionen Schweizer Franken. Mit diesen Mitteln wurden verschiedene Projekte realisiert, wobei ca. CHF 500 000 auf medizinische Not- und Grundversorgung entfallen, CHF 167 000 in die Mitarbeiter-Ausbildung investiert und knapp CHF 1,5 Mio für Infrastrukturprojekte aufgewendet wurden.

Bei der medizinischen Versorgung sind zwei Schwerpunkte zu erwähnen:

Medikamente werden, wenn irgendwie möglich, direkt im Land bezogen und auch mit Praktikanten oder Besucher nach Phalombe gebracht. Im Notfall kann auch in Südafrika oder sogar Europa bestellt und verschifft werden. Es ist Pro Phalombe auch mehrfach gelungen, Medikamente im Wert von mehreren zehntausend Franken gratis zu beziehen und nach Phalombe zu senden. Diese Beträge werden in unseren Büchern nicht geführt.

Spitalgeräte sind ein weiterer wichtiger Bestandteil unserer Hilfeleistungen, wobei darauf geachtet werden muss, dass diese leicht zu reparieren sind. Auch hier wird nach Möglichkeit im Land selbst bestellt. In einigen Fällen sind jedoch die benötigten Instrumente nicht erhältlich oder derart teuer, dass sie aus Europa geliefert werden müssen.

Oftmals sind die Transporte ein Problem

Medikamente und Geräte per Schiff zu schicken ist ein Risiko, da sie feucht werden, an einem der vielen Grenzübergänge liegenbleiben und in der Hitze verderben können oder überhaupt zu lange unterwegs sind. Deshalb ist der vergleichsweise teurere Lufttransport die einzige Möglichkeit, wobei wir auch hier von den günstigen Konditionen der Medikamenten-Lieferfirmen und Airlines profitieren können.

Infrastruktur und Entwicklungsplan

Im Bereich Infrastruktur war die Mitfinanzierung des Entwicklungsplans die Grundlage für die Arbeiten in den vergangenen Jahren und für die Zukunft. Direkte Folgeleistungen waren die Wasserbohrungen und die Erneuerung der Elektrizität im Spital – beides waren grundlegend notwendige Projekte für die Versorgung des Spitals. Zudem wurden in den letzten Jahren ein Kindersaal und ein Operationstrakt neu gebaut, die Räumlichkeiten für ein neues digitales Röntgen umgebaut und die verschiedenen Patientensäle renoviert.

Infection Prevention Programme

Das Gesundheitsministerium in Malawi hat bereits 2002 das Infection Prevention Programme gestartet. Ziel dieser Kampagne ist es, das Risiko der Krankheitsübertragung bei Patienten und deren Umfeld zu reduzieren und die Angestellten im Gesundheitswesen vor Ansteckungen zu schützen.

Auf Anfrage der Spitalleitung hat Pro Phalombe einige Male die Kosten für das Programm übernommmen. Dies beinhaltet:

  • Trainingsprogramme vor Ort für alle SpitalmitarbeiterInnen und AbsolventInnen der Schwesternschule durch ein professionelles Ausbildungsteam
  • Tägliche Überwachung der Einhaltung der Hygienemassnahmen durch eine interne Stelle
  • Vierteljährliche Überwachung der Einhaltung der Hygienemassnahmen durch externe Personen
  • Zur Verfügungstellen des notwendigen Materials, um das Programm dauerhaft umsetzen zu können

Die drei Pfeiler der «Adopt»-Projekte

Sie bilden eine Neuausrichtung unserer Unterstützungsarbeit. Wir sprechen von «Adopt-a-Career» («Patenschaft» für eine Aus-/Weiterbildung des Personals), «Adopt-a-Treatment» (Langfristige Sicherstellung von konstantem Medikamentenbestand im Spital) und «Adopt-a-Builder» (Langfristige Sicherstellung des Unterhaltes der be­stehenden Infrastruktur). Eine Fortsetzung dieser Programme wird von der Spital­leitung ausdrücklich gewünscht.

Aufwendungen für Verwaltung und Werbung

Verwaltungskosten werden von Pro Phalombe so tief wie möglich gehalten. Die finanziellen Aufwendungen für Werbung werden auf das Notwendigste beschränkt, ebenso die Posttaxen und Bankspesen. Die Mitglieder des Vorstandes arbeiten ehrenamtlich. Reisen nach Phakombe werden privat und nicht über die Vereinskasse finanziert. Die durchschnittlichen Aufwendungen für Verwaltung und Werbung zwischen 1993 und 2019 betrugen 3,6%!

Ausblick in die Zukunft

Das Spital ist noch weit davon entfernt, selbständig funktionieren zu können. Dazu fehlen dem Land und dem Spital die finanziellen Mittel, um weitere dringend benötigte Verbesserungen zu verwirklichen.

Der Verein wird auch weiterhin versuchen, andere Organisationen auf Malawi aufmerksam zu machen, um gemeinsam das Spital Phalombe einen zusätzlichen Schritt weiterzubringen.

Wir arbeiten eng mit dem Verein malawimed.org zusammen – sie organisieren Praktika für europäische Studenten im Spital Phalombe.